Schüler und Ehemalige berichten

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Hanna ist eine gute Schülerin (Girlstown Biga).

  

Ich heiße Hanna, bin 14, stamme aus der Provinz Sorsogon und bin das vierte von sechs Kindern. Unser Vater starb, als ich vier war. Mein ältester Bruder rannte fort und wir haben nie wieder von ihm gehört. Der andere Bruder ging nach Manila und schlägt sich mit Botengängen durch. Meine Mutter fand nur selten Arbeit und so schickte sie ihre älteste Tochter zu einer Verwandten. Wir jüngeren Kinder zogen mit meiner Mutter zu ihrem neuen Freund. Doch der behandelt uns nicht gut. Er schimpft die ganze Zeit, brüllt uns an, weil wir in seinen Augen nie etwas richtig machten. Seine eigenen Kinder behandelt er fürsorglich, kaufte von dem sauer verdienten Geld meiner Mutter gutes Essen für sie. Wir bekamen nichts, nicht einmal wenn etwas übrigblieb. Lieber gab er es den Nachbarn oder schmiss es auf den Müll. Wieder und wieder sammelten wir die Essensreste auf, um unsere Mägen zu füllen. Selbst wenn ich krank war, musste ich früh morgens aufstehen und im Haushalt oder auf dem Feld helfen. Wir bekamen im Rahmen des nationalen Wohlfahrtsprogramm 4Ps ein wenig Geld ausbezahlt, welches meine Mutter immer sofort in Nahrungsmittel umsetzte.

Mein Stiefvater und meine Mutter stritten sich immer heftiger, es kam zu etlichen gewalttätigen Auseinandersetzungen. In solchen Augenblicken floh ich zu meiner Oma. Dort fühlte ich mich sicher. Einmal sah ich, wie meine Mutter ihren Mann mit einem großen Messer bedrohte. Sie schrie mich an, ich solle ihn mit einem Holzbrett zusätzlich angreifen. Aber ich konnte es nicht, weil es falsch gewesen wäre. Immer wieder versuchte meine Mutter mich woanders unterzubringen. So fragte sie eine meiner Lehrerinnen, ob sie mich nicht adoptieren wolle. Diese lehnte es aber ab.

Auch in der Schule ging es mir nicht gut. Ich wurde gehänselt und mit vielen bösen Worten bedacht. Doch eine Lehrerin meinte es gut mit mir und machte mich auf die Schulen der Marienschwestern aufmerksam. Das Interview mit den Schwestern war gut, der Eingangstest war leicht und so bekam ich die Zusage. Aber ich hatte kein Geld, um mit dem Bus nach Cavite zu fahren. Meine Lehrerin gab mir schließlich die nötigen Pesos, damit ich mich auf den Weg machen konnte. Das Transportgeld von den Schwestern war nicht mehr da.

Seit einem Jahr lebe ich in der Girlstonw Biga und bin glücklich. Ich danke allen Freunden der Schwestern Maria, denn sie teilen ihr Wohlergehen mit den ärmsten der Armen auf den Philippinen. Ich werde fleißig lernen, so dass die Schwestern, die Unterstützer und auch meine Mutter glücklich sein können. Herzlichen Dank!